Wo tonnenweise Stahl und Beton schweben


Parkhaus-Umbau: Schwerlastkran in der Hünfelder Kaiserstraße

Für ein paar Tage hat Hünfeld ein neues Wahrzeichen: Schaut man zum Stadtkern hinauf, ragt dort der Arm eines Schwerlastkrans in den Himmel. Die Maschine steht in der Kaiserstraße. Denn es gilt, neun tonnenschwere Stahlträger zur Parkhaus-Baustelle zu hieven.

Von HARTMUT ZIMMERMANN, Fuldaer Zeitung 14.03.2018

Auf das Parkhaus an der Hünfelder Gartenstraße wird ein weiteres Stockwerk aufgesetzt. Um dem Bauwerk die erforderliche Festigkeit zu geben, muss die Konstruktion einen stabilen Unterbau bekommen: Insgesamt neun Träger aus Stahl und Beton, von denen jeder 13 Tonnen schwer ist, werden dazu auf der Seite zur Kaiserstraße in die bestehende Betonwand eingefügt. Das Team der Firma Stahlbau Hahner aus Böckels leistet in Zusammenarbeit mit Kranführer Maik David Maßarbeit mit schwerem Gerät: Ljubomir Derja und sein Kollege Aaron Wagner befestigen die Kette des Krans an den Lastösen des Träges, geben ein kurzes Handzeichen in Richtung Kran-Kanzel, dann strafft sich die Hebevorrichtung. Der gut 17 Meter lange, mit Beton vergossene Stahlträger schwebt himmelwärts.

Über ein Funkgerät sind Derja und Kranführer David in Kontakt. Mit Worten und behutsamen Gesten signalisiert der Mann am Träger dem Kollegen an den Steuerhebeln, was zu tun ist. Als sei es ein Kinderspiel, senkt sich die Last schließlich punktgenau in die Aussparung, die Bauarbeiter dazu in die Betonmauer gebohrt haben.

Noch hängt die Last am Kran, denn auch das gegenüberliegende Ende muss ja genau platziert werden. Derja ist rasch auf die andere Seite gewechselt und sorgt gemeinsam mit seinem Kollegen Martin Brehl dafür, dass der Träger exakt auf einer dort aufgestellten Stahlstütze zu liegen kommt – und zwar so genau, dass die beiden angeschweißten Gewindestäbe exakt durch die Bohrungen im Kopf des Stützelements passen. „Wir haben nur ein paar Millimeter Spiel“, erläutert Hahner-Mitarbeiter Aaron Wagner. Noch ein kurzer Griff zum Werkzeug, dann kommt das Zeichen zum Absenken – alles sitzt.

Brehl kontrolliert mit einer Wasserwaage, dass der Träger senkrecht steht. Dann zieht Wagner die Schrauben, die er zuvor nur leicht fixiert hat, an. Endgültige Stabilität erhält die Konstruktion, wenn die Enden der 17-Meter-Träger mit Beton vergossen und so mit der tragenden Wand verbunden werden.

Fünf der insgesamt neun Träger wurden gestern eingebaut, die restlichen vier kommen heute an die Reihe. Thomas Henkel, der den Bau seitens der Stadtwerke leitet, ist mit dem Baufortschritt zufrieden. „Nun geht es darum, auf den nun eingefügten Trägern die Bodenplatte für die künftige Bibliothek zu gießen“, skizziert er den nächsten großen Schritt.